TGA-Planungssoftware im Vergleich 2026
Typischste Systemansätze für TGA-Planungsbüros in Deutschland
TGA-Planungssoftware unterstützt Ingenieur- und Planungsbüros bei der Planung der technischen Gebäudeausrüstung, von der Konstruktion und Modellierung über die technische Berechnung und Dimensionierung bis zur Erstellung von Plänen, Schemata, Mengen- und Stücklisten.
Die am Markt verfügbaren Lösungen unterscheiden sich dabei nicht nur durch ihren Funktionsumfang, sondern vor allem durch ihre Systemarchitektur: Manche Lösungen verbinden Modellierung, Berechnung und Dokumentation in einer eigenständigen TGA-Planungsumgebung. Andere erweitern eine übergeordnete BIM- oder CAD-Plattform um TGA-Funktionen. Wieder andere konzentrieren sich primär auf Berechnung, Dimensionierung und technische Nachweise.
Dieser Vergleich beschreibt typische Systemansätze für TGA-Planungssoftware und stellt ihre technischen Eigenschaften anhand einheitlicher Kriterien gegenüber. Die vier Ansätze bilden dabei eine für diesen Vergleich verwendete Systematik und sind keine allgemein verbindliche Marktklassifikation.
Vier typische TGA-Systemansätze
Für diesen Vergleich werden vier typische technische Systemansätze für TGA-Planungssoftwarelösungen verglichen:
1. Eigenständige, modellbasierte TGA-Planungssoftware
Bei einer eigenständigen, modellbasierten TGA-Planungssoftware erfolgen TGA-Modellierung, Berechnung und Dokumentation innerhalb einer eigenen Planungsumgebung. Das TGA-Modell kann dabei als gemeinsame Datenbasis für verschiedene Planungsschritte dienen.
Eine solche Software ist nicht auf eine übergeordnete BIM- oder CAD-Plattform angewiesen. Sie kann dennoch BIM-basierte Planungsprozesse unterstützen und über offene Formate mit anderen BIM-Systemen zusammenarbeiten.
mh-BIM ist eine eigenständige, auf die technische Gebäudeausrüstung spezialisierte BIM-Planungssoftware. Die Software verbindet TGA-Modellierung, Berechnung und Dokumentation in einer gemeinsamen Planungsumgebung und unterstützt sowohl klassische als auch BIM-basierte Arbeitsweisen.
2. BIM-Plattform mit TGA-Erweiterung
Bei diesem Ansatz bildet eine übergeordnete BIM-Software die zentrale Planungsumgebung. TGA-spezifische Funktionen für Modellierung, Berechnung und Konstruktion werden durch entsprechende Fachlösungen oder Erweiterungen ergänzt. Der Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit innerhalb einer übergeordneten BIM-Umgebung.
3. CAD-Plattform mit TGA-Erweiterung
Bei einer TGA-Lösung, die auf einer CAD-Plattform aufsetzt, bildet ein CAD-System die technische Grundlage für die Planung. TGA-spezifische Funktionen für Konstruktion, Berechnung und Dokumentation werden durch entsprechende Lösungen oder Module ergänzt.
Ein solcher Ansatz verbindet die klassische CAD-basierte TGA-Fachplanung mit zusätzlichen Funktionen für Berechnung und technische Auslegung. Je nach Lösung können auch 3D- und BIM-Funktionen sowie Schnittstellen zu anderen Planungssystemen vorhanden sein.
4. Berechnungsorientierte TGA-Software
Bei diesem Ansatz liegt der Schwerpunkt auf der technischen Berechnung, Dimensionierung und dem Nachweis einzelner oder mehrerer Bereiche der technischen Gebäudeausrüstung. Typische Aufgaben sind beispielsweise Heizlast-, Kühllast-, Rohrnetz-, Kanalnetz- oder energetische Berechnungen. Modellierung und Dokumentation können je nach Lösung integriert oder über angebundene CAD- und BIM-Systeme erfolgen.
Die vier Ansätze im Überblick
| Systemansatz | Grundprinzip |
|---|---|
| Eigenständig, modellbasiert | TGA-Modell, Berechnung und Dokumentation in eigener Umgebung |
| BIM-Plattform + TGA-Lösung | TGA-Planung innerhalb einer BIM-Plattform |
| CAD-Plattform + TGA-Lösung | TGA-Planung innerhalb einer CAD-Plattform |
| Berechnungsorientiert | Schwerpunkt auf Berechnung und Dimensionierung |
mh-BIM gehört zum Systemansatz der eigenständigen, modellbasierten TGA-Planungssoftware und unterstützt BIM-basierte Planungsprozesse.
Vergleichsthemen
Konstruktion & Berechnung
TGA-Planungssoftware verbindet zwei zentrale Aufgaben der technischen Gebäudeausrüstung: die technische Berechnung und Dimensionierung sowie die Konstruktion der TGA-Anlagen. In allen betrachteten Systemansätzen können die Gewerke Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär und Elektro geplant werden.
Die Lösungen unterscheiden sich jedoch grundlegend darin, auf welcher technischen Grundlage die Planung erfolgt und wie Konstruktion und Berechnung miteinander verbunden sind.
Leitfrage: Wie werden TGA-Berechnung, Dimensionierung und 3D-Konstruktion in der Software umgesetzt und miteinander verknüpft?
| Kriterium | Eigenständig, modellbasiert | BIM-Plattform + TGA-Lösung | CAD-Plattform + TGA-Lösung | Berechnungsorientiert |
|---|---|---|---|---|
| 3D-Konstruktion |
Eigenständige 3D-TGA-Konstruktion mit der Systemlinien-Technologie in einem gewerke- & stockwerksübergreifenden Gesamtmodell. |
3D-TGA-Konstruktion erfolgt direkt im Modell. |
3D-TGA-Konstruktion erfolgt direkt in der CAD-Umgebung. |
3D-Konstruktion ist nicht Bestandteil der Software. |
| Berechnung und Dimensionierung |
Integrierte Berechnung, keine Übergabe von Berechnungsdaten erforderlich. TGA-Netze werden direkt im 3D-Modell berechnet, dimensioniert und ausgelegt. Berechnungsergebnisse fließen unmittelbar in die Konstruktion ein. |
TGA-Berechnungen und Dimensionierungen erfolgen innerhalb der Plattform und sind mit der modellbasierten Konstruktion verbunden. |
TGA-Berechnungen und Dimensionierungen erfolgen innerhalb der CAD-basierten Planungsumgebung und können zur Konstruktion der TGA-Netze genutzt werden. |
Berechnung und fachliche Auslegung bilden den wesentlichen Schwerpunkt. Daten müssen zwischen Berechnung und 3D-Modell übertragen werden. |
| Verknüpfung von Modell und Berechnung |
Direkt integriert: Konstruktion und Berechnung greifen auf dasselbe 3D-Modell zu. Berechnungsergebnisse werden unmittelbar für Dimensionierung und Konstruktion verwendet. |
Eng integriert: Berechnung und Dimensionierung erfolgen innerhalb des Modells; berechnete Systeme und Modellinformationen werden gemeinsam weiterverarbeitet. |
Eng integriert: Berechnung und Konstruktion erfolgen innerhalb der CAD-basierten Umgebung; berechnete Netze können als 3D-Konstruktion weiterverwendet werden. |
Verknüpfung notwendig: Berechnungen werden mit Gebäudemodellen verknüpft. Modelldaten werden für die Berechnung übernommen und Berechnungsergebnisse in das BIM-Modell zurückgeschrieben. |
| Kollisions-/Durchbruchsplanung |
Kollisionen werden im Modell erkannt. Daraus werden automatisch dimensionierte und referenzierte Durchbruchsvorschläge erzeugt, die sich bei Änderungen aktualisieren. |
Kollisionen und Mindestabstände werden im Modell geprüft. Schlitz- & Durchbruchsvorschläge können modellbasiert koordiniert und bearbeitet werden. |
Kollisionen werden geprüft. Schlitz- & Durchbruchsvorschläge werden in der CAD-Planung erzeugt. |
Nicht Bestandteil des berechnungsorientierten Workflows. |
| Automatisierung von Planungsschritten |
Bauteilerzeugung, Schemaableitung, Kollisionsprüfung, Durchbruchsvorschläge, Planerstellung, Prüfungen, Routing, Aktualisierung abhängiger Modelldaten, … |
Dimensionierung, Routing, Prüfungen, Kollisionsprüfung, Durchbruchsplanung, … |
Berechnung, Netzgenerierung, Prüfungen, Durchbruchsplanung, … |
Schwerpunkt liegt bei der Übernahme und Rückgabe von Berechnungsdaten zwischen Berechnung und BIM-Modell. |
BIM & Datenaustausch
Bei BIM-Projekten (Building Information Modelling) arbeiten TGA-Fachplaner mit Architektur-, Tragwerks- und weiteren Fachmodellen zusammen. Dabei spielen der Datenaustausch sowie die modellbezogene Kommunikation und Koordination eine wichtige Rolle.
Leitfrage: Wie gut kann die TGA-Software mit anderen Planungs- und BIM-Systemen zusammenarbeiten?
| Kriterium | Eigenständig, modellbasiert | BIM-Plattform + TGA-Lösung | CAD-Plattform + TGA-Lösung | Berechnungsorientiert |
|---|---|---|---|---|
| Änderungen |
Änderungen werden zentral im 3D-Gesamtmodell vorgenommen und wirken direkt auf alle verbundenen Systeme. Die integrierte Berechnung redimensioniert und passt automatisch sämtliche betroffenen Bauteile an, ohne dass Daten zwischen separaten Modellen oder Tools synchronisiert werden müssen. |
Änderungen werden zentral im Modell durchgeführt, wobei verknüpfte TGA-Berechnungen mit dem aktualisierten Modell weitergeführt werden können. |
Änderungen wirken sich automatisch auf alle betroffenen Elemente aus. |
Änderungen am Gebäudemodell werden über Schnittstellen in den Berechnungsmodellen und Ergebnissen berücksichtigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Aktualisierung berechnungsrelevanter Gebäudedaten statt auf einem durchgängigen TGA-Konstruktionsmodell. |
| Dimensionierung & Bauteilanpassung |
Ändern sich Berechnungsgrößen, werden intelligente Bauteile automatisch neu dimensioniert. Die verknüpften Durchbruchsvorschläge passen sich ebenfalls automatisch an. |
Berechnungen können nach konstruktiven Änderungen erneut durchgeführt werden; dimensionierte Nennweiten lassen sich anschließend für das gesamte Netz oder Teilnetze in das Modell übertragen. |
Berechnung und Dimensionierung sind mit den konstruierten Netzen verbunden; Änderungen erfordern die erneute Berechnung bzw. Übernahme der berechneten Dimensionen in die Konstruktion. |
Änderungen an Gebäude- und Raumdaten führen zu aktualisierten Berechnungsergebnissen; die automatische geometrische Anpassung eines externen TGA-Modells ist nicht der Kern des berechnungsorientierten Ansatzes. |
| Aktualisierung abgeleiteter Planungsunterlagen |
Pläne, Schemata, Beschriftungen, Massenauszüge und weitere Ausgaben greifen auf die Modelldaten zu und sind dadurch immer aktuell. |
Modellbasierte Auswertungen und Planungsunterlagen werden nach Änderungen aktualisiert. |
Auswertungen und abgeleitete CAD-Unterlagen können auf Basis der geänderten Konstruktion aktualisiert werden; der Aktualisierungsgrad ist stärker an die CAD-Arbeitsweise gebunden. |
Berechnungsergebnisse werden nach Änderungen aktualisiert. Wegen des fehlenden 3D-Modells ist eine unmittelbare automatische Aktualisierung von Plänen und Schemata aus einem zentralen TGA-Modell für den berechnungsorientierten Ansatz nicht möglich. |
| Manuelle Nacharbeit nach Änderungen |
Die gemeinsame Datenbasis reduziert manuelle Aktualisierungen; abhängige Berechnungen, Dimensionen und Ausgaben werden aus dem aktuellen Modell abgeleitet. |
Nach Modelländerungen können Berechnungen erneut ausgeführt und dimensionierte Ergebnisse anschließend in das Modell übertragen werden; einzelne Aktualisierungsschritte bleiben erforderlich. |
Änderungen erfordern je nach Planungsprozess eine erneute Berechnung und die Übernahme der Ergebnisse in die CAD-Konstruktion. |
Berechnungsergebnisse werden auf Basis geänderter Eingaben aktualisiert; Änderungen an einem angeschlossenen CAD-/BIM-Modell müssen dort separat umgesetzt werden. |
| IFC (Industry Foundation Classes) ist ein offener Standard für den Austausch von Bauwerksinformationen zwischen unterschiedlichen BIM-Anwendungen. Für die TGA-Planung ist dabei nicht nur relevant, ob eine Software IFC-Dateien importieren oder exportieren kann. Entscheidend ist auch, welche Geometrien, Eigenschaften und Beziehungen übertragen werden und wie die importierten Informationen im Zielsystem verwendet werden können.
BCF (BIM Collaboration Format) dient der modellbezogenen Kommunikation. BCF ist ein offener Standard für den Austausch von Aufgaben, Kommentaren und Prüfhinweisen mit Bezug auf Elemente und Ansichten eines Modells. BCF ersetzt dabei nicht den Modell- oder Geometrieaustausch. Es ergänzt diesen um Informationen für die Koordination. Eine Common Data Environment (CDE) ist eine gemeinsame Datenumgebung für die Verwaltung und den Austausch von Projektinformationen, Dokumenten und Modellen. Je nach System können CDEs auch modellbezogene BCF-basierte Koordinationsprozesse unterstützen. |
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Planungsableitung & Auswertung
Aus dem TGA-Modell entstehen im weiteren Planungsprozess unterschiedliche Planungsunterlagen und Auswertungen. Dazu gehören insbesondere 2D-Pläne, Schemata, Mengen- und Stücklisten sowie Daten für nachgelagerte AVA-Prozesse.
Die Lösungen unterscheiden sich darin, wie diese Ergebnisse aus dem TGA-Modell abgeleitet, weiterverarbeitet und bei Änderungen aktualisiert werden.
Leitfrage: Wie werden aus dem TGA-Modell Pläne, Schemata, Mengen und weitere Auswertungen abgeleitet?
| Kriterium | Eigenständig, modellbasiert | BIM-Plattform + TGA-Lösung | CAD-Plattform + TGA-Lösung | Berechnungsorientiert |
|---|---|---|---|---|
| Planableitung aus dem TGA-Modell |
2D-Pläne, Beschriftungen und weitere Ausgaben werden direkt aus den aktuellen Modelldaten abgeleitet und bei Änderungen automatisch aktualisiert. |
2D-Darstellungen und Dokumentation werden aus dem Modell abgeleitet; Änderungen am Modell werden automatisch übernommen. |
2D-Darstellungen werden aus der 3D-TGA-Konstruktion bzw. den CAD-Daten erzeugt und weiterbearbeitet. |
Nicht zentraler Bestandteil: Der Schwerpunkt liegt auf der Übernahme von Gebäudedaten in Berechnungen und der Rückgabe von Berechnungsergebnissen; die eigentliche Planableitung erfolgt im verbundenen CAD-/BIM-System. |
| Schemaableitung aus dem TGA-Modell |
Schemata können automatisch aus dem 3D-Modell erzeugt und mit dem Modell referenziert werden; Schema-Beschriftungen werden bei Modelländerungen automatisch aktualisiert. |
Strang- und Anlagenschemata können aus dem modellierten System abgeleitet und mit Modellinformationen synchronisiert werden. |
Strangschemata können aus den berechneten Netzen erzeugt und mit den technischen Daten beschriftet werden. |
Schemata können manuell gezeichnet und mit der Berechnung verknüpft werden; bei verteilten Zeichnungsdateien ist die Zusammenführung jedoch mit zusätzlichem Zuordnungsaufwand verbunden. |
| Mengen-/Stücklistenableitung |
Mengen- und Massenauszüge werden aus den aktuellen Modelldaten erzeugt. |
Bauteilparameter und technische Informationen werden für Mengen- und Aufmaßerzeugung genutzt. |
Modellierte bzw. berechnete Bauteile können für Mengen- & Materialauszüge ausgewertet werden. |
Mengen und Stücklisten werden aus dem aktuellen Modell abgeleitet und bei Konstruktionsänderungen aktualisiert. |
| Übergabe an AVA |
Modellbasierte Übergabe von Mengen und technischen Daten per IFC-Export für nachgelagerte Prozesse und die Erstellung von Leistungsverzeichnissen. |
Mengenermittlungen aus dem Modell können als GAEB-Daten für AVA-Systeme exportiert werden; zusätzlich ist ein kombinierter GAEB-/IFC-Workflow möglich. |
Mengenermittlungen aus dem Modell können als GAEB-Daten für AVA-Systeme exportiert werden. |
Eigenständige Ausschreibungs-/AVA-Module stehen zur Verfügung; eine durchgängige modellbasierte (IFC-/BIM-)Kopplung zwischen Berechnung, 3D-Modell und AVA ist jedoch nicht Kernbestandteil des Workflows. |
Änderungsmanagement
Änderungen gehören zum Alltag der TGA-Planung. Entscheidend ist deshalb, welche Auswirkungen eine Änderung an der Geometrie oder an technischen Parametern auf Berechnungen, Dimensionierungen und daraus abgeleitete Planungsunterlagen hat. Relevant ist insbesondere, welche abhängigen Informationen automatisch aktualisiert werden und wo manuelle Nacharbeit erforderlich bleibt.
Beispiel für eine Änderungskette:
Änderung → Berechnung → Dimensionierung → Modelländerung → Plan → Schema → Beschriftung → Menge
Leitfrage: Was passiert mit Berechnungen, Plänen, Schemata und Mengen, wenn sich die Planung ändert?
| Kriterium | Eigenständig, modellbasiert | BIM-Plattform + TGA-Lösung | CAD-Plattform + TGA-Lösung | Berechnungsorientiert |
|---|---|---|---|---|
| Änderungen |
Änderungen werden zentral im 3D-Gesamtmodell vorgenommen und wirken direkt auf alle verbundenen Systeme. Die integrierte Berechnung redimensioniert und passt automatisch sämtliche betroffenen Bauteile an, ohne dass Daten zwischen separaten Modellen oder Tools synchronisiert werden müssen. |
Änderungen werden zentral im Modell durchgeführt, wobei verknüpfte TGA-Berechnungen mit dem aktualisierten Modell weitergeführt werden können. |
Änderungen wirken sich automatisch auf alle betroffenen Elemente aus. |
Änderungen am Gebäudemodell werden über Schnittstellen in den Berechnungsmodellen und Ergebnissen berücksichtigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Aktualisierung berechnungsrelevanter Gebäudedaten statt auf einem durchgängigen TGA-Konstruktionsmodell. |
| Dimensionierung & Bauteilanpassung |
Ändern sich Berechnungsgrößen, werden intelligente Bauteile automatisch neu dimensioniert. Die verknüpften Durchbruchsvorschläge passen sich ebenfalls automatisch an. |
Berechnungen können nach konstruktiven Änderungen erneut durchgeführt werden; dimensionierte Nennweiten lassen sich anschließend für das gesamte Netz oder Teilnetze in das Modell übertragen. |
Berechnung und Dimensionierung sind mit den konstruierten Netzen verbunden; Änderungen erfordern die erneute Berechnung bzw. Übernahme der berechneten Dimensionen in die Konstruktion. |
Änderungen an Gebäude- und Raumdaten führen zu aktualisierten Berechnungsergebnissen; die automatische geometrische Anpassung eines externen TGA-Modells ist nicht der Kern des berechnungsorientierten Ansatzes. |
| Aktualisierung abgeleiteter Planungsunterlagen |
Pläne, Schemata, Beschriftungen, Massenauszüge und weitere Ausgaben greifen auf die Modelldaten zu und sind dadurch immer aktuell. |
Modellbasierte Auswertungen und Planungsunterlagen werden nach Änderungen aktualisiert. |
Auswertungen und abgeleitete CAD-Unterlagen können auf Basis der geänderten Konstruktion aktualisiert werden; der Aktualisierungsgrad ist stärker an die CAD-Arbeitsweise gebunden. |
Berechnungsergebnisse werden nach Änderungen aktualisiert. Wegen des fehlenden 3D-Modells ist eine unmittelbare automatische Aktualisierung von Plänen und Schemata aus einem zentralen TGA-Modell für den berechnungsorientierten Ansatz nicht möglich. |
| Manuelle Nacharbeit nach Änderungen |
Die gemeinsame Datenbasis reduziert manuelle Aktualisierungen; abhängige Berechnungen, Dimensionen und Ausgaben werden aus dem aktuellen Modell abgeleitet. |
Nach Modelländerungen können Berechnungen erneut ausgeführt und dimensionierte Ergebnisse anschließend in das Modell übertragen werden; einzelne Aktualisierungsschritte bleiben erforderlich. |
Änderungen erfordern je nach Planungsprozess eine erneute Berechnung und die Übernahme der Ergebnisse in die CAD-Konstruktion. |
Berechnungsergebnisse werden auf Basis geänderter Eingaben aktualisiert; Änderungen an einem angeschlossenen CAD-/BIM-Modell müssen dort separat umgesetzt werden. |
Gesamtüberblick
| Kriterium | Eigenständig, modellbasiert | BIM-Plattform + TGA-Lösung | CAD-Plattform + TGA-Lösung | Berechnungsorientiert |
|---|---|---|---|---|
| Systemansatz |
Eigenständige TGA-Planungssoftware mit eigenem CAD-Kern. Keine externe Basisplattform nötig. |
TGA-Fachlösung als Add-On auf die BIM-Plattform, welche die Modellgrundlage bildet. |
TGA-Fachlösung als Add-On auf die CAD-Plattform, welche die Zeichnungsgrundlage bildet. |
Berechnungs- und Auslegungssoftware für HKLS mit optionaler CAD-/BIM-Anbindung. |
| Plattformabhängigkeit |
Keine zusätzliche BIM-/CAD-Plattform erforderlich, eigener CAD-Kern integriert. |
Zwingend BIM-Plattform als Basis erforderlich. TGA-Funktionen erweitern das Modell. |
Zwingend CAD-Plattform als Basis erforderlich; TGA-Funktionen erweitern die CAD-Umgebung. |
Eigenständig nutzbar. Für 3D-/BIM-Workflows ist eine externe CAD-/BIM-Software anzubinden. |
| IFC-/BCF-Unterstützung |
IFC-Import/-Export und eigener integrierter BCF-Manager mit CDE-Anbindung (z.B. BIMcollab, Bimsync). |
IFC-Austausch sowie BCF-Import/-Export für Koordination und Durchbruchsplanung. |
IFC-Austausch sowie BCF-Koordination für Durchbrüche und Kollisionen. |
IFC-Austausch für Gebäude- und TGA-Daten vorhanden. Keine eigene BCF-Funktion. |
| Durchgängigkeit Modell → Berechnung → Dokumentation |
Konstruktion, Berechnung, Pläne, Schemata und Mengen greifen direkt auf ein gemeinsames 3D-Modell zu und aktualisieren sich automatisch. Unterstützt eine iterative Planungsweise. |
Berechnung und Konstruktion sind eng mit dem Modell verknüpft. Pläne, Schemata und Mengen lassen sich weitgehend automatisiert ableiten. |
Berechnung und Konstruktion sind mit der CAD-Zeichnung verknüpft. Ableitungen sind modellbasiert, aber stärker an die CAD-Arbeitsweise gebunden. |
Berechnung steht im Mittelpunkt. Modelldaten werden für die Berechnung übernommen, die Ableitung von Plänen/Schemata erfolgt meist in einer angebundenen CAD-Software oder manuell. |
| Änderungsmanagement / Automatisierung |
Änderungen wirken durch die gemeinsame Datenbasis automatisch auf Berechnung, Dimensionierung und abgeleitete Unterlagen. |
Änderungen im Modell erfordern erneute Berechnungen. Ergebnisse werden zurück ins Modell übertragen, teils mit manuellen Zwischenschritten. |
Änderungen erfordern häufig eine erneute Berechnung und Übernahme der Ergebnisse in die Konstruktion. |
Änderungen an Gebäude-/Raumdaten aktualisieren die Berechnungsergebnisse; ein angeschlossenes CAD-/BIM-Modell muss separat aktualisiert werden. |
| Typischer Einsatz/Zielgruppe |
Für Einzelplaner bis große TGA-Teams, die eine durchgängige, eigenständige BIM-Planung ohne Plattform-Abhängigkeit suchen. |
Für Büros, die bereits mit einer BIM-Plattform arbeiten und TGA-Fachfunktionen darauf ergänzen möchten. |
Für Büros mit etablierter CAD-Umgebung, die TGA-Fachfunktionen darin ergänzen möchten. |
Für Planer und Ingenieurbüros, bei denen Berechnung und Nachweisführung (Heizlast, Kühllast, Energieausweis etc.) im Vordergrund stehen. |
| Lizenzmodell |
Modulare Floating-Lizenzen im Abo. |
Plattform-Lizenz und zusätzliche TGA-Fachsoftware-Lizenz erforderlich. |
Plattform-Lizenz und zusätzliche TGA-Fachsoftware-Lizenz erforderlich. |
Modulare Einzelsoftware-Lizenzen. |
| Einarbeitung und Schulungsaufwand |
TGA-spezifischer Funktionsumfang und auf TGA-Planungsaufgaben ausgerichtete Benutzerführung erleichtern die Einarbeitung. Individuelles & kostenloses Onboarding zur Softwarebedienung und Umstellung auf einen integrierten TGA-Workflow. Umfangreiches Video-Portal. |
Einarbeitung erfordert neben den TGA-Funktionen Kenntnisse der zugrunde liegenden BIM-Plattform. Umfangreiche, kostenpflichtige Schulungen und E-Learning-Angebote unterstützen den Einstieg. |
Einarbeitung erfordert neben den TGA-Funktionen Kenntnisse der zugrunde liegenden CAD-Plattform. Schulungsangebote stehen für unterschiedliche Erfahrungsstufen zur Verfügung. |
Der modulare Aufbau ermöglicht einen schrittweisen Einstieg. Für komplexere Berechnungs- und BIM-Anwendungen werden Schulungen angeboten. |
mh-BIM ist dem Systemansatz der eigenständigen, modellbasierten TGA-Planungssoftware zuzuordnen, welche Modellierung, Berechnung und Dokumentation in einer gemeinsamen Planungsumgebung verbindet.
Welche TGA-Software passt zu welchem Planungsbüro?
Die folgenden Anwendungsfälle zeigen, welcher TGA-Softwareansatz typischerweise am besten zum jeweiligen Planungsprofil passt.
| Ausgangslage des Planungsbüros | Passender Ansatz | Konkretes Unterscheidungsmerkmal |
|---|---|---|
| Es besteht noch keine BIM- oder CAD-Plattform im Büro. Eine TGA-Komplettlösung inkl. Elektro in einem einzigen 3D-Modell wird gesucht | Eigenständig, modellbasiert | Eigener CAD-Kern integriert. Es entstehen keine zusätzlichen Plattformkosten. Heizung, Kälte/Klima, Lüftung, Sanitär sowie Elektro laufen in einem gemeinsamen Modell zusammen. |
| Im Büro ist bereits eine BIM-Plattform etabliert (z.B. für Architektur oder Tragwerksplanung), welche um TGA-Fachfunktionen erweitert werden soll. | BIM-Plattform + TGA-Lösung | TGA-Fachmodule setzen direkt auf das bestehende Plattform-Modell auf. Ein Systemwechsel ist nicht nötig, zusätzlich fällt aber eine separate Lizenz für das TGA-Modul an. |
| Im Büro ist bereits eine CAD-Plattform etabliert, welche um TGA-Fachfunktionen erweitert werden soll, ohne auf eine BIM-Plattform umzusteigen | CAD-Plattform + TGA-Lösung | TGA-Fachmodule setzen direkt auf die bestehende CAD-Umgebung auf. IFC-Export ermöglicht dennoch die Teilnahme an OpenBIM-Prozessen mit anderen Projektbeteiligten. |
| Berechnung und Nachweisführung (z.B. Heizlast nach DIN EN 12831, Kühllast, Energieausweis) stehen im Vordergrund. Eine durchgängige 3D-Konstruktion ist zweitrangig | Berechnungsorientiert | Modular kombinierbare Einzelprogramme je Berechnungsaufgabe. Fokus auf Auslegung mit optionaler Anbindung an externe CAD-/BIM-Software. |
| Modellbezogene Koordination mit anderen Fachplanern (z.B. Kollisions- und Durchbruchsabstimmung) soll über BCF direkt aus der Software erfolgen | Eigenständig, modellbasiert / BIM-Plattform + TGA-Lösung / CAD-Plattform + TGA-Lösung | Alle drei Ansätze verfügen über eine BCF-Im-/Export. Der eigenständige, modellbasierte Ansatz verfügt zudem über einen integrierten BCF-Manager. Beim berechnungsorientierten Ansatz liegt keine eigene BCF-Funktion vor. |
| Ein kleines Büro oder Einzelplaner sucht einen kosteneffizienten Einstieg ohne zusätzliche Plattformlizenz | Eigenständig, modellbasiert / Berechnungsorientiert | Beide Ansätze sind ohne zusätzliche Plattform-Lizenzen nutzbar und erlauben eine modulare Anschaffung einzelner Berechnungsprogramme nach Bedarf. |
| Mengen- und Kostendaten sollen möglichst durchgängig aus dem 3D-Modell heraus an ein AVA-Programm übergeben werden. | Eigenständig, modellbasiert / BIM-Plattform + TGA-Lösung | Bei beiden Ansätzen werden Mengen direkt aus dem Modell für GAEB- bzw. IFC-Ausschreibungsprozesse abgeleitet. Der berechnungsorientierte Ansatz bietet zwar eigene AVA-Module, jedoch ohne durchgängige Modellkopplung. |
Methodik des Vergleichs
Die vier Systemansätze wurden anhand ihrer technischen Systemarchitektur und typischen Einsatzweisen gebildet. Die Betrachtung erfolgt anhand der aufgeführten Kriterien, damit die unterschiedlichen Ansätze miteinander vergleichbar sind.
mh-BIM wird dabei als Beispiel für den eigenständigen, modellbasierten Ansatz detaillierter dargestellt. Die Einordnung anderer Lösungen basiert auf öffentlich verfügbaren Herstellerinformationen und technischen Dokumentationen.
Autor
Redaktion: mh-BIM Redaktion – Fachredaktion für Technische Gebäudeausrüstung
Fachliche Prüfung: Meike Weiß, Produkt- & Qualitätsmanagerin
Zuletzt fachlich geprüft: Oktober 2026
