Wieso erhalten neue Bauteile automatisch einen Wandschichten-Aufbau?

Im Reiter "Katalog" ist eine Auswahl von üblichen Bauteilen mit deren Wandschichten-Aufbau hinterlegt. Sofern Sie eigene Bauteile anlegen, sollten Sie das ebenfalls im Reiter "Katalog" tun. Achten Sie dabei auf die Bauteil-Kurzbezeichnung, die nicht doppelt vergeben werden darf.

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Wird jedoch im Reiter "verwendete Bauteile" ein neues Bauteil angelegt und dafür eine Kurzbezeichnung eingetragen, die bereits im "Katalog" enthalten ist, wird für dieses Bauteil automatisch der Wandschichten-Aufbau des gleichnamigen Bauteils aus dem Katalog übernommen, sofern für das neue Bauteil keine eigenen Wandschichten eingetragen wurden.

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Soll nur der U-Wert und die Dicke des Bauteils hinterlegt werden, ohne die Wandschichten im Einzelnen aufzuführen, muss dafür auch eine neue bisher nicht vorhandene Kurzbezeichnung verwendet werden.

Wichtiger Hinweis für die Kühllastberechnung:
Das aktuelle Verfahren der VDI 2078 benötigt zwingend den Wandschichten-Aufbau. Der U-Wert alleine ist nicht mehr ausreichend.

Wie wird eine Halle mit Anbau abgebildet?

Zerlegen Sie Gebäude mit Räumen unterschiedlicher Raumhöhe in "horizontale Scheiben" indem Sie zusätzliche (fiktive) Stockwerke definieren und fassen Sie die dadurch entstandenen "Teilräume" wieder über Vater/Tochter-Verknüpfung zu einem Raum zusammen.

Vorbereitung

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Im abgebildeten Beispiel soll eine Halle mit einer Raumhöhe von 8 m und ein seitlich angebauter Bürotrakt mit einer Raumhöhe von 3 m berechnet werden.

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Definieren Sie in der Gebäudestruktur zwei Stockwerke. Das untere wird für den Bereich von 0-3 m angelegt, das zweite soll den oberen Bereich von 3-8 m enthalten. Zeichnen Sie dann die Wände und Raumstempel für den unteren Bereich.

Durchführung

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Selektieren Sie die Hallenwände, die höher als 3 m sein sollen und den Raumstempel der Halle. Kopieren Sie die selektierten Objekte über die Funktion "Auswahl in andere Stockwerke kopieren" in die obere Etage.

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Generieren Sie mit der Option "Wandtypen automatisch bestimmen". Die Innenwand zwischen Halle und Bürobereich der unteren Etage wird dadurch im oberen Bereich zur Außenwand, da sich nur auf einer Seite der Wand ein Raumstempel befindet.

 

Erfassen Sie noch Türen/Fenster und verknüpfen Sie den Raumstempel des oberen Hallenteils mit dem Vater-Raumstempel des unteren Hallenteils. Nach erneutem Generieren enthält der Vater-Raum in der Heizlastberechnung sämtliche Bauteile der Halle. Passen Sie dort noch die Geschosshöhe und die lichte Höhe an die Halle an und ändern Sie bei Räumen > 5m den Raumhöhenkorrekturfaktor fh.

Hinweis: Das Zerlegen von Räumen in Scheiben sollte mit Bedacht durchgeführt werden. Bei mehreren unterschiedlichen Stockwerkshöhen kann durch zu viele "Scheiben" die Übersicht verloren gehen. Beachten Sie auch, dass alle Raumscheiben über Vater/Tochter-Verknüpfung wieder zusammen gelegt werden müssen. Manchmal ist es besser, mit verschiedenen Gebäudeteilen zu arbeiten.

Was steckt hinter "Wandtypen automatisch bestimmen"?

RaumGEO kann beim Generieren prüfen, ob sich auf beiden Seiten einer Wand ein Raumstempel befindet. Eine solche Wand liegt somit innerhalb des Gebäudes und wird als Innenwand betrachtet und grün eingefärbt. Ist nur ein Raumstempel vorhanden, so handelt es sich um eine Außenwand, die blau eingefärbt wird.

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Wichtig: Die Entscheidung ob Innen- oder Außenwand wird unabhängig von dem gezeichneten Wandtyp getroffen. Eine, mit Absicht als Innenwand zu einem nicht erfassten Nachbargebäude gezeichnete Wand, würde durch "Wandtypen automatisch bestimmen" zur Außenwand geändert.

Die Option "Wandtypen automatisch bestimmen" ist daher nur mit Bedacht einzusetzen.

Wie werden unterschiedliche Geschosslagen berücksichtigt?

Besteht ein Gebäude aus unterschiedlichen Geschosslagen bzw. Stockwerkshöhen, kann es von Vorteil sein, dieses Gebäude in mehrere Gebäudeteile „zu zerlegen“.

Vorbereitung

Für jedes Gebäudeteil wird zunächst (grob) über die Gebäudeschnelldefinition die Höhenlage über Erdreich und die Geschosshöhe der einzelnen Etagen definiert. Bei Bedarf können diese Angaben in der Gebäudestruktur zu einem späteren Zeitpunkt modifiziert werden.

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Wichtig ist, dass das Zerlegen an einer gedachten Trennlinie durch das gesamte Gebäude erfolgt. Räume müssen, von oben betrachtet, an dieser Trennlinie eindeutig einem Gebäudeteil zugeordnet werden können (gegebenenfalls werden Räume mit einer virtuelle Innenwand getrennt und über Vater/Tochter wieder gemeinsam berechnet).

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Über die Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand werden Gebäudeteil und Stockwerk ausgewählt. RaumGEO stellt den entsprechenden Höhenbereich ein, auf dessen Fußboden nun die Wände, Fenster, Raumstempel usw. für die ausgewählte Etage platziert werden.

Durchführung

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Stoßen Räume nicht auf der selben Stockwerkshöhe aneinander, wird die Trennwand auf beiden Etagen erfasst, damit der jeweilige Raumstempel von einem geschlossenen Polygonzug umgeben ist. Für diese Wände ist es auch erforderlich, den Raum-Typ des Nachbarraumes per Hand einzutragen, da RaumGEO nur die Nachbarschaftsbeziehung angrenzender Räume automatisch erkennt, die auf der gleichen Fußbodenhöhe liegen.

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Befinden sich bereits andere Bauteile (z.B. von einem anderen Gebäudeteil) innerhalb dieses Höhenbereichs (jedoch nicht genau auf dem Fußboden) so werden diese Objekte in der Draufsicht dünn gestrichelt dargestellt. Bauteile des aktuellen Gebäudeteils und Geschosses werden dick ausgegeben.

Sofern die Geschosse unterschiedlicher Gebäudeteile auf der selben Höhe liegen, werden alle Bauteile dick ausgegeben und können gemeinsam bearbeitet werden.
Achten Sie vor dem Setzen von Raumstempeln unbedingt darauf, dass das richtige Gebäudeteil eingestellt ist. Nur dann wird die korrekte Raumnummer zugewiesen.

Hinweis:In der Heizlast müssen für jedes Gebäudeteil die Projektdaten separat eingegeben werden. Auch die Berechnung erfolgt getrennt für jedes Gebäudeteil. In der Zusammenstellung „Komplettes Gebäude“ werden lediglich die Ergebnisse der Gebäudeteilberechnung aufsummiert.

Wichtig:In Auswahlsätze können alle Bauteile aufgenommen werden, die nicht dünn dargestellt sind. Eine Unterscheidung zwischen den Gebäudeteilen erfolgt dabei nicht, d.h. befinden sich Objekte unterschiedlicher Gebäudeteile auf der selben Höhe, werden diese Objekte alle „fett“ dargestellt und können somit auch alle in den Auswahlsatz aufgenommen werden. Wenn Sie gleichzeitig mehrere Objekte verschiedener Geschosse und Gebäudeteile auswählen wollen, wählen Sie am unteren Bildschirmrand anstelle eines Geschosses die Darstellung "alles". Es ist auch möglich, einen Auswahlsatz aller Objekte über das Menü Bearbeiten Alle Objekte auswählen zu erstellen.

Wie werden die Basis-Daten für ein Raumbuch gesammelt?

Mit RaumGEO sind Sie in der Lage eine Raumbuch-XLS-Tabelle zu erzeugen, die neben sämtlichen Räumen mit Raumnummer, Raumbezeichung auch Flächen und Volumen, sowie Ergebnisse aus Heiz- und Kühllast enthalten kann.

Darüber hinaus können eigene Spalten in der XLS-Tabelle ergänzt und diese wiederum rückwirkend in RaumGEO importiert und dort gefüllt, global geändert und analysiert werden.

Wählen Sie "Raumbuch-XLS" aus dem Menü Daten auf. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Erzeugen" wird eine XLSX-Tabelle angelegt. Sie besteht aus 2 Arbeitsblättern:

XLSX-Arbeitsblatt "Rb"

Das XLSX-Arbeitsblatt "Rb" enthält die Objekt-ID des Raum-Stempels, die Raumnummer und die Raumbezeichnung.

Dieses Arbeitsblatt kann auch dazu verwendet werden, um den Räumen eigene Daten zuzuordnen. Bemerkenswerterweise können diese Daten auch über RaumGEO angezeigt, verändert und sogar über die farbige Analyse ausgewertet werden.

XLS-Arbeitsblatt "Intern"

Das XLS-Arbeitsblatt "Intern" enthält die wesentlichen Berechnungsergebnisse der Räume und bilden damit die Grundlage für ein Raumbuch.

Die vorgegebenen und grau hinterlegten Daten dürfen nicht verändert werden, da sie bei jeder Übergabe aus RaumGEO automatisch aktualisiert werden.

rg raumbuch

 

Wie werden in RaumGEO Eingabedaten überprüft?

Es soll beispielsweise überprüft werden, ob überall die korrekte Norm-Innentemperatur eingetragen wurde.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Raumstempel, um dessen Daten am linken Bildschirmrand anzuzeigen.3

anzuzeigen.

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Klicken Sie dort im Reiter Heizlast mit der rechten Maustaste auf die angezeigte Norm-Innentemperatur und wählen Sie aus dem Kontextmenü "Analyse".

Die erforderlichen Einstellungen zur Analyse des ausgewählten Wertes wird automatisch vorgenommen und zur Kontrolle in der Maske Analyse angezeigt. Schließen Sie diese Maske mit Klick auf OK.

Eine Legende mit den vorhandenen Werten wird angezeigt und die Zeichnung mit den entsprechenden Farben eingefärbt.

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In diesem Beispiel fällt sofort auf, daß mit einem Tippfehler gerechnet wird. Der Raum mit dem falschen Temperaturwert ist anhand der Farbe leicht zu lokalisieren.

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